Spanische Eroberer

Atahualpa, der Inka-Herrscher zu Beginn der spanischen Eroberung, ahnte nichts von zwei Gefahren, die sein Reich und ihn selbst von Norden her bedrohten. Zum einen die Pocken, die die Spanier bei ihren Eroberungszügen in die Karibik eingeschleppt hatten – mit fatalen Folgen, denn das Immunsystem der Einheimischen bot keinen Schutz gegen die tödliche Seuche.

Die zweite Bedrohung war noch umwälzender: Sie ging von einer Gruppe von Abenteurern um Francisco Pizarro aus. Pizarro war unter großen Entbehrungen und Strapazen nach Südamerika gereist, um Ruhm für sich und sein Land und persönlichen Reichtum zu erwerben. Als er 1532 in das Reich der Inka kam, war es gerade in der Endphase eines Bürgerkriegs um die Nachfolge des Herrschers.

Mit seinen 160 Abenteurern schlug Pizarro die Armee des Herrschers Atahualpa. Den Inka selbst nahm er gefangen. Später – nachdem er ihm immense Goldschätze abgepresst hatte - ließ er ihn entgegen seinem Versprechen töten. Mit der Gefangennahme und Hinrichtung Atahualpas begann die Eroberung von Peru durch die Spanier. Pizarro wurde zum erfolgreichsten aller Konquistadoren, konnte seinen Reichtum jedoch nicht genießen - er wurde Opfer einer Intrige seiner eigenen Leute und hinterrücks ermordet. Als Folge der Eroberung des goldreichen Inka-Reiches wurde Spanien mit geraubtem Gold überschwemmt. Damit löste der Raubzug unfreiwillig die erste galoppierende Inflation aus und langfristig auch den Untergang des spanischen Weltreiches.