Gold, Silber und Platin ... 

... sind in Peru  häufig und leicht zu finden. Abenteurer und Goldwäscher holen die Edelmetalle noch heute als Nuggets und Plättchen aus dem Flusssand  oder erzführenden Schichten. Für die Inkas waren sie mythisch mit der „Mutter Erde“  verbunden und erneuerten sich regelmäßig durch die Kraft der Sonne. Eisen kannte man nicht. Schon vor den Spaniern hatten die Inkas ein hervorragendes Wissen über die Behandlung von Edelmetallen. Man konnte Gold gießen, treiben, löten und legieren und wusste, wie man die Schmelzpunkte des Goldes bestimmt. Die Ausstellung der Inkaschätze ist ein Lehrbuch hoch entwickelter Goldschmiedekunst.

Gold hatte für die Inkas keinen materiellen Wert ...

... man kannte den Begriff des Geldes nicht. Gold war heilig und dem Adel vorbehalten, ähnlich wie die feine Wolle der besten Lama-Arten (Vicuñas). Man schätzte Gold als eine Gabe der Götter und das Ebenbild der Sonne, aus der es geboren wurde. Wichtig waren dabei der Glanz und die Verarbeitung, nicht aber die Menge des Goldes. Hauchdünne Goldmasken galten als ebenso wertvoll wie massiv schwere Becher oder Kronen.  Die Spanier mussten oft hunderte Schmuckstücke einschmelzen um ihrem König einen Barren Gold zu senden. Die ausgestellten Schätze bei 1000 Jahre INKAgold lassen erahnen wie viele filigrane Objekte auf diese Weise verloren gingen.

Gold diente den Inkas im Leben und im Tod ...

... und die rituellen Objekte lassen den erloschenen Kult wiederauferstehen. So nahmen Inkapriester Getränke aus schwer goldenen Bechern und  mit goldenen Messern („Tumis“)rissen sie ihren Opfertieren das zuckende Herz als Göttergabe aus der Brust. Goldene Instrumente wurden in der Medizin verwendet, Goldschmuck begleitete die Toten in ihrem Grab. Gold brachte den Inkafürsten als Söhnen der Sonne Verehrung und  Macht, Gold besiegelte das Schicksal ihrer Völker. Weder von den Menschen noch von den Schätzen blieb viel übrig. Der gezeigte Inkaschatz lässt jedoch den Glanz und die hohe Kultur der Andenvölker erahnen.

Gold und die Gier danach ...

... trieb die Spanier nach Lateinamerika. Sie nahmen ungeheure Strapazen auf sich, kämpften sich durch Wälder, feindliche Heere und schnappten in den andinen Hochlagen erschöpft nach Luft. Sie ließen ihre Familien und Frauen zurück und wussten nicht ob sie wiederkehren würden. Das gefundene, erpresste oder geraubte Gold hatte für sie  lediglich materiellen Wert. Sie verachteten die neuen Götter und hielten sich für die rechtmäßigen Besitzer aller Schätze in den neuen Kolonien Spaniens. Doch  brachte ihnen das Gold kein Glück: Sie töteten sich gegenseitig, wurden auf dem Rückweg nach Spanien von Piraten ausgeraubt oder von Stürmen versenkt und lösten die erste und größte Inflation Europas und der neuen Länder aus:  Der in der Ausstellung 1000 Jahre INKAgold gezeigte Goldschatz entsprach in Peru dem ungefähren Gegenwert einiger weniger in Spanien produzierten Leinenhosen.