Die Inka betrachteten sich als die Herrscher der Welt.

Erstaunlicherweise bestand ihr Staat nur etwa 90 Jahre. Er erstreckte sich von Nord nach Süd über fast 5.000 Kilometer entlang der Anden und der Pazifikküste.

Das politische, religiöse und kulturelle Zentrum des Reiches bildete Cuzco. Nicht nur der Herrscher residierte in dieser Großstadt, sondern hier befanden sich auch das Hauptheiligtum, der Sonnentempel, und die Hauptbildungsstätten. Bei der Ankunft der ersten Spanier in Peru sollen in Cuzco bis zu 200.000 Menschen gewohnt haben.

Ihre Macht verdankten die Inka einem zentralistischen Staatsapparat. Sie vergrößerten konsequent ihr Einflussgebiet, indem sie die umliegenden Gebiete entweder auf dem Weg der Diplomatie oder durch Eroberung dem Inkastaat angliederten. Schließlich herrschten die Inka über den größten Teil der südlichen Anden und weiteten ihr Reich noch bis nach Bolivien und in den Nordteil Ecuadors aus.

Die Staatssprache im Inkareich war Quetchua. Sie war die Muttersprache der Völker, die schon in vorinkaischer Zeit im Tal von Cuzco lebten. Auch heute wird diese Sprache noch von mehreren Millionen Indianern in Peru und Ecuador gesprochen.

Als die Spanier mit rund 160 Mann ins Land kamen, waren die Inka durch Erbfolgekriege und eingeschleppte Krankheiten so geschwächt und abgelenkt, dass die waffentechnisch überlegenen Europäer das Reich leicht erobern konnten. 1533 wurde der letzte Herrscher Atahualpa ermordet.