Exponate

Die Ausstellung zeigt neben Exponaten aus der Inkazeit eine Vielzahl von Goldarbeiten aus den unterschiedlichen Vorläuferkulturen, welche durch die Inka in der Blütezeit ihrer Herrschaft friedlich oder kriegerisch annektiert wurden. Im Einzelnen sind dies:

 Frias

vermutlich ab 400 v.Ch. bis 90 n.Ch.
Über die Frias-Kultur liegen nur wenige wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse vor. Alle erhaltenen Stücke entstammen Grabräubereien. Vom stilistischen Standpunkt aus besteht eine Übereinstimmung mit dem Material aus La Tolita-Tumaco, einer Kultur, die sich bis in den Süden Kolumbiens erstreckte. Erste Metallarbeiten sind für die Zeit um 400 v.Ch. nachweisbar. Ein wichtiges Merkmal sind Objekte aus den Edelmetallen Gold und Platin, die hier erstmals durch ein Sinter-Verfahren miteinander verbunden wurden. Die Kultur bestand vermutlich bis etwa 90 n.Ch. und verlor danach an Bedeutung.

 Vicus

ca. 500 v.Chr. – 100 n.Chr.
Nach dem Niedergang der Chavin-Kultur bildeten sich an der Nordküste Perus neue Stile wie z.B. Vicus, Salinar, Viru und Gallinzo. Sie entwickeln die Chavin-Kultur insbesondere in der plastischen Bemalung der Keramik weiter.

 Nasca

ca. 100 – 800 n.Chr.
Auch die Nazca-Kultur wurde nach dem Flusstal benannt, das ihr geographisches Zentrum bildete. Ihre Einflüsse reichten im Norden bis Chincha, im Süden bis Acari. Funde in Gräbern weisen darauf hin, dass auch die Nazca-Kultur eine stark gegliederte Gesellschaft war. Wie an der Nordküste wurde Bewässerungs-Landwirtschaft betrieben und die Ressourcen des Meeres genutzt. Das gut entwickelte Straßensystem der Nazca blieb bis in die Inkazeit erhalten. Ein wichtiges Kultzentrum der Kultur war Cahuachi, zu dem auch ein großes Gräberfeld gehörte. Die Technik der Metallverarbeitung der Nazca-Kultur galt noch den Inka als vorbildhaft.

 Wari

ca. 500 – 1100 n.Chr.
Das Reich der Wari entstand um das Jahr 600 und erstreckte sich zu seiner Blütezeit über 1500 Kilometer auf dem Gebiet des heutigen Peru. Mit der Verbreitung der Wari-Kultur waren tief greifende Veränderungen des sozialen, politischen und religiösen Lebens verbunden, die sich in veränderten Siedlungsstrukturen, neuen Formen der Architektur, einer Ausweitung der Infrastruktur und neuen Bestattungsriten widerspiegelten. Viele der Neuerungen der Wari wurden später Jahrhunderte später von den Inka für ihr Reich übernommen.

 Moche

ca. 100 - 800 n.Chr.
Die Moche-Kultur an der Nordküste Perus ist nach dem Flusstal benannt, das zusammen mit dem Viru- und dem Chicama-Tal das Zentrum dieser Kultur bildete. Zum Zeitpunkt ihrer größten Ausdehnung erstreckte sich der Einfluss der Moche-Kultur in einem Küstenstreifen von ca. 250 km Länge, vom Leche-Tal im Norden bis zum Nepená-Tal im Süden. In dieser Zeit kam es zu einem starken Anwachsen der Bevölkerung und zu einer einheitlichen politischen Organisation innerhalb der einzelnen Flusstäler. Die Grundlage der politischen Macht bildeten dabei der Ausbau und die Kontrolle der lebensnotwendigen Bewässerungsanlagen. Eine enge Verflechtung bestand außerdem zwischen religiösen Vorstellungen und politischer Macht.

 Lambayeque

ca. 900 – 1100 n. Chr.
Die Kultur der Lambayeque oder Sicán war eine der bedeutendsten in Peru. Ihr Einfluss reichte bis nach Ecuador, Kolumbien und Mittelamerika. Sie zeichnet sich unter anderem durch charakteristische und sehr aufwendige Bestattungen ihrer Fürsten aus. Wie andere andine Kulturen ist uns auch Lambayeque lediglich aus Grabbeigaben und Ruinenstädten bekannt. Sie war politisch, ökonomisch und mit ihrer Religion in der Andenregion dominant und löste die vorherige Periode der Moche ab. Ihre Gesellschaft war in untere und obere Klassen geteilt, wobei die Fürsten das Ansehen von Halbgöttern hatten.
Gold war für die Lambayeque-Kultur das Sinnbild für jene Zeit, bevor den Menschen Zeit und Tod bewusst wurden. Da es im Boden gefunden wurde, war es die wichtigste mythologische Brücke ins Jenseits, zu den Göttern. Auch alle anderen Gegenstände sollten den Kontakt zu den Göttern ermöglichen. Gold diente der Sonne, Silber dem Mond und Kupfer der Erde. Zinnoberrot entsprach dem Blut. Die künstlerisch verarbeitete Kontrastwirkung der Metalle wurde durch Edelsteine wie z.B. Chrysokoll verstärkt.
Viele Elemente der Lambayeque wurden von den Inka übernommen und finden sich in ihrer Kultur wieder.

 Chimu

ca. 1000 – 1470 n. Chr.
Ebenso wie die Moche vergrößerten die Chimu ihr Reich durch Kriege; reich wurden sie durch Handel und Tribut. Einflüsse der Chimu-Kultur lassen sich von Tumbez im äußersten Norden Perus bis ins Chancay-Tal an der Zentralküste nachweisen. Offensichtlich konnte die  Wari-Kultur die älteren Traditionen der Moche-Kultur, auf die die Chimu-Kultur in großem Maße zurückgriff, nie vollständig verdrängen.
Die Chimu-Kultur wurde vor allem durch die hohe Qualität ihrer Metallarbeiten bekannt. Die Keramik wurde zum größten Teil mit Hilfe von Modeln geformt und stellte eine frühe Form der Massenproduktion dar. Auch mit der Eroberung des Chimu-Reiches durch die Inka um 1470 kam es nicht zu einem Bruch mit diesen Traditionen, die sich noch bis in die frühe Kolonialzeit erhielten.

 Inka

1438 - 1532
Eine eigene Inkakultur existierte lediglich für knapp 90 Jahre als Zusammenschluss vieler vorher eigenständiger Völker. Die hohe Effektivität der Inkaherrscher und damit ihre geschichtliche Bedeutung beruhen auf ihrer Fähigkeit, die vielen fremden Kulturen unter ihre Verwaltung zu stellen und ihnen bis auf wenige Ausnahmen ihre Kultur zu belassen, ja sie wirtschaftlich gut zu versorgen.

 Cupisnique

ca. 1300 v. Chr. – 500 v. Chr.
Fundort an der Nordküste Perus, der eine Ausprägung der Chavin-Kultur darstellt. Die Ursachen für die Ausbreitung des Chavin-Stils sind weitgehend ungeklärt. Vermutlich handelte es sich um eine religiöse Strömung, die auf friedlichem Wege weitergegeben wurde, möglicherweise in Verbindung mit Handelsbeziehungen. Soziale und politische Veränderungen scheinen nicht mit ihr in Verbindung gestanden zu haben. Vielmehr baute sie auf den komplexen Entwicklungen des Formativums (3.000 – 1.500 v.Chr.) auf und nutzte die in ihm entwickelten neuen Techniken, um die Bildsprache ihrer Religion durch Keramiken, Textilien, Metall und Stein zu vermitteln.

 

Enthaarer

Enthaarer, Frias-Kultur

 

Nasenplatte

Nasenplatte, Vicús-Kultur

 

Flöte

Antara (Flöte), Nasca-Kultur

 

Idol

Idol, Wari-Kultur

Maske

Maske, Moche-Kultur

 

Tumi

Tumi (zeremonielles Messer),
Lambayeque-Kultur

 

Krone

Krone, Chimu-Kultur

 

Gefäß

Gefäß in Tierform, Inka-Kultur

 

Flasche

Flasche, Cupisnique-Kultur